TAGEBUCH

Dr. Walter L. Rothschild (* 1954 in Bradford) ist Landesrabbiner für Schleswig-Holstein und Autor. Er schreibt in Artikel in nationalen und internationalen Zeitungen sowie Bücher über das Judentum.

RÜCKBLICK: DR. ROTHSCHILD IN EISLEBEN

Der Rabbiner der reformierten jüdischen Gemeinschaft in Schleswig-Holstein, Dr. Rothschild hielt am 23. Mai einen Vortrag über sein Buch „Der Honig und der Stachel“. Beides Synonyme für einen Zusammenhang, aber auch für eine Schlussfolgerung, denn der Stachel gehört der Biene, die den Honig produziert. So wollte Dr. Rothschild sich auch verstanden wissen und verwies auf die Notwendigkeit der Verteidigungsmöglichkeit der Biene, eben mit dem Stachel.

Er berichtete darüber, dass er das Buch geschrieben hat für alle, die sich für jüdische Religion interessieren und einen Einblick in diese Religion wollen. In seinem Vorwort spricht er davon, dass er das Buch aus Hingabe zur jüdischen Religion geschrieben habe.


Rothschild kommt aus Leeds in England und hat dort in einer gemäßigten jüdischen Familie gelebt, wollte dann stärker mit der Religion verbunden sein und wurde Rabbiner. Den Wegweiser der jüdischen Religion hatte er ursprünglich in Englisch verfasst und 2008/09 hat er es ins Deutsche übersetzt.


Er sprach über den Aufbau der Synagogen (griech.: Versammlungsort; hebr.: BetHa Knesset), die sehr unterschiedlich aussehen können. In allen Synagogen gibt es am Eingang einen Tisch mit Gebetbüchern (hebr.: Sidur) bzw. die 5 Bücher Mose (henbr.: Chumaschim) Kopfbedeckungen für die Männer (Jamulkes, die Kippah) und die Gebetsschals (hebr.: Tallit). In einer Synagoge befinden sich dann noch ein Tisch, auf dem der Kiddusch verrichtet wird, die Segnung von Wein und Brot.


Wie in der Eisleber Synagoge wird auch zwischen den Sitzen der Männer und Frauen getrennt, die Frauen sitzen von den Männern entweder abseits, oder sie sitzen auf einer Empore. Der Sefer Torah befindet sich vorn (im Osten) in einem Schrank oder Schrein, der Aron HaKodesch genannt wird. Vor diesem Aufbewahrungsort ist ein Vorhang (Parochet), der bestickt und mit dem Löwen von Juda, der Krone der Torah oder den Gesetzestafeln geschmückt ist. Über dem Schrein ist ein Licht angebracht in Gestalt einer Ällampe oder einer Kerze, welches als ewiges Licht eine symbolische Erinnerung an das Feuer, das man im Tempel immer am Leben hielt. Im Schrein werden eine oder mehrere Thorahrollen aufbewahrt und eine davon wir auf die in der Mitte stehende Bimah (Lesepult gelegt.


Die Benutzung der Synagoge als Bet Midrasch (als Lehrhaus) braucht Bücher, eine Bibliothek usw., wobei die Synagoge als Bet HaKnesset eine Küche, Toilette, Garderobe u.ä. braucht.

Etwa zwanzig Zuhörer und Gäste waren in die Stadbibliothek gekommen und haben einen sehr informativen Abend mit erleben können.


Rüdiger Seidel