Die Häuser der jüdischen Mitbürger

 
 

Markt 41

Hier hatte 1936 Hans Joachim Mendelsohn sein Textilgeschäft. Mendelsohn wurde am 4. Juli 1896 in Weißenfels geboren. Der Vater Albert Mendelsohn hatte sein Geschäft am Markt 47. Hans Joachim Mendelsohn war verheiratet mit Lina Plaut, die aus Frankfurt am Main stammte und dort am 31. Oktober 1900 geboren worden war.


Der Bruder von Hans hieß Gerhard, er diente für Deutschland im 1. Weltkrieg und fiel noch 1918.


1935 gaben Hans und Lina ihrem Sohn in Erinnerung ihrem Sohn auch wieder den Namen Gerhard.


1939 hatte Mendelsohn sein Geschäft offenbar in das elterliche Geschäft am Markt 47 verlegt. Noch 1939 bezahlte er seine Kirchensteuer an die jüdische Gemeinde. Ab Juni 1940 musste er als Zwangsarbeiter bei den Hüttenwerken Halle-Trotha in der Brachwitzer Str. 9 leisten. Am 29.10.1940 ist er als Zwangsarbeiter für den Reichsautobahnbau gemeldet. Danach ist die Familie offenbar zu den Schwiegereltern nach Frankfurt gezogen, denn von dort wurden sie am 12. November 1941 nach Minsk deportiert, wo sie ermordet wurden. Das genaue Datum ist nicht bekannt.


Gerhard Mendelsohn war erst sechs Jahre alt.


Am 9. November 2010 wurden für Hans, Lina und Gerhard die Stolpersteine vor dem Haus Markt 47 verlegt.


Nach Angaben der Claims Conference wurden den jüdischen  Nachfahren EUR 7,650.82 und EUR 140,605.27 zugesprochen.

 
Das Haus Markt 41 heute. Hier hatte Hans Joachim Mendelsohn 1936 sein Textilgeschäft.


Die Israelitische Gemeinde im Adressbuch Eisleben 1936



Die blaustichigen Fotografien stammen aus 2008. Die Schwarzweiß-Abbildungen sind historisch. Nähere Angaben zu den Quellen und weitere Daten können dem Abschnitt „Genealogie“ entnommen werden. Oder besuchen Sie direkt unsere genealogische Datenbank.

 

markt 41

Der Markt ca. 1898. Gerade am Marktplatz wohnten viele jüdische Kaufleute und hatten hier ihre Geschäfte.

Ganz links und angeschnitten: Nr. 41; rechts daneben Nr. 43 usw.